Der Ortsname erscheint in der Form Abbatissaewinden (= zu den Wenden des Abtes) schon zur Karolingerzeit. Gemeint ist der Abt des Klosters Megingaudshausen, das 877 an die Mündung der Schwarzach in den Main verlegt wurde und dem diese Siedlung slawischer Wenden im heutigen Steigerwaldraum unterstand. Während im frühen Mittelalter Münsterschwarzach die Herrschaft über Abtswind ausübte, kam der Ort später zu Castell. Durch Verkauf und Stiftung gelangten Teile von Abtswind an das Kloster Ebrach und über die Grafen von Schönborn auch an das adelige Damenstift St. Anna in Würzburg. Im späten Mittelalter amtierten in Abtswind drei Schultheißen der drei Dorfherrschaften. Wappensteine über manchem Hoftor legen davon noch heute Zeugnis ab. Von der früheren starken Marktbefestigung des 16. und 17. Jahrhunderts sind noch die zwei Dorftorhäuser erhalten, das westliche mit den Wappen Castell und Ebrach. Auch von der Friedhofsbefestigung stehen noch beachtliche Teile.

Die ev. Pfarrkirche St. Marien – eine spätmittelalterliche Anlage – überragt den Ort mit ihrem fünfgeschossigen Turm. Dessen weithin sichtbares Wahrzeichen ist die barocke Turmhaube mit doppelter Laterne, typisches Kennzeichen eines “evangelischen” Kirchturms im Gegensatz zu den bleistiftspitzen “katholischen” Julius-Echter-Türmen der Gegenreformationszeit. Der spätgotische Flügelaltar (um 1500) zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken des Umlandes. Im Mittelschrein eine Pietà, rechts die Hl. Barbara, links die Hl. Katharina und die Hl. Dorothea. Als Schöpfer des Kunstwerkes wird der Nürnberger “Meister des Martha-Altars” vermutet. Die bei geschlossenen Flügeln sichtbaren Tafelbilder zeigen Szenen aus dem Marienleben.

Den Friedhof westlich des Dorfes betritt man durch eine Eingangshalle (um 1792). Hier stehen die Bänke für die Trauernden und eine schlichte steinerne Predigerkanzel. Gleich am Eingang herzförmiger Grabstein mit umrahmten Inschriften, vermutlich auf Salzburger Exulanten zurückgehend, die 1730 in Abtswind sesshaft wurden. Grabdenkmal für Franziska Henriette Eleonore von Bülow, geb. Gräfin zu Castell-Remlingen (1725-1806), die als Witwe seit etwa 1763 in Abtswind lebte. H.S.

 

Georg von Vestenberg verkauft dem Grafen Wolfgang zu Castell seine sämtlichen Güter zu Abtswind, Feuerbach, Rüdenhausen und Wiesentheid (7. Juni 1533).

zurück zur Kulturpfadkarte

 

Markt Abtswind (Friedrichsberg)
Hauptstr. 28 - 97355 Abtswind - Tel. 09383 2692 - Fax 09383 2801
Tourist-Information Dorfschätze - Tel. 09383 909495 - Fax 09383 909496

www.abtswind.de - fvv@abtswind.de

ABTSWIND