FEUERBACH

Markt Wiesentheid - Tourist Information Dorfschätze (Feuerbach)
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Der Ortsname Feurbach, wie er in der ersten urkundlichen Erwähnung 918 erscheint, deutet wahrscheinlich tatsächlich auf einen großen Waldbrand hin, der dem Ort seinen Namen gegeben hat. Das Hochstift Würzburg hatte hier Vogtleute, seine Vogtei war aber nach dem Lehensbrief des Bischofs Gottfried III. von Grumbach um 1314 im Lehensbesitz der Grafen zu Castell. Die Vogteirechte in Feuerbach waren sozusagen das Zubehör des Würzburger Erbschenkenamtes, das dem Inhaber des Ehrenamtes einen wirtschaftlichen Ausgleich verschaffen sollte. Es wurde dem jeweils Ältesten der Casteller Grafen verliehen. Seit diesem Jahr 1314 war der gesamte Ort in Casteller Besitz, mit Ausnahme dreier “Seldengüter”, die je Brandenburg, Fuchs und Vestenberg zustanden.

Der Würzburger Bischof Johann I. v. Egloffstein belehnt den Grafen Linhart zu Castell mit dem Oberschenkenamt des Hochstifts und der dazu gehörigen Vogtei über Feuerbach (17. Dezember 1406).

 

Seit 1570 verfügte der Ort über eine eigene Dorfordnung, die Mustercharakter für viele andere Ortschaften vergleichbarer Größe hätte haben können: So schrieb sie vor, dass jedes Haus über einen Rauchabzug verfügen musste – man stelle sich vor, dass diese Regelung sicher nicht ohne Anlass geschrieben wurde und es also Häuser gab, aus denen der Rauch sich seinen eigenen Weg suchen musste. Ebenfalls wurde festgelegt, dass bei Hochzeiten das Mittagsmahl nicht länger als vier Stunden und das Nachtmahl nicht mehr als drei Stunden dauern sollte.

Die Bedeutung des Ortes Feuerbach ist auch jetzt noch gut zu erkennen: damals wie heute liegt der Ort an wichtigen Verkehrswegen. Was heute die Autobahn von Würzburg nach Nürnberg ist und – bis vor wenigen Jahren – die Eisenbahn von Schweinfurt nach Kitzingen bedeutete, das war in alter Zeit die Straßenverbindung von Wiesentheid nach Kitzingen und aus dem Steigerwald nach Schwarzach. So stand in Feuerbach ein Zollhaus und gleich daneben ein weithin bekanntes Wirtshaus mit erheblichem Zulauf aus der ganzen Gegend.

Feuerbach wurde im Juni des Jahres 1553 im zweiten Markgräflerkrieg von Grund auf geplündert und ist dabei noch glimpflich davongekommen. Denn Obereisenheim wurde an einem Tag zweimal und Eichfeld gar dreimal von den Horden des Markgrafen Albrecht Achilles von Bayreuth-Kulmbach ausgeraubt.

In Feuerbach gab es zwei Papiermühlen, die Heinrichsmühle (auch: Untere Mühle) und die Obere Papiermühle; beide Betriebe haben jedoch die Industrialisierung nicht überlebt. Eine der letzten Nachrichten über Verwendung Feuerbacher Papiers stammt aus dem Jahr 1858: In der Unteren Papiermühle stellte der damalige Besitzer Kempf zusammen mit einem Kitzinger “Lithographen” und mit Hilfe einer extra aus Amerika bestellten Druckplatte bayerische 10-Gulden-Noten her, was über geraume Zeit hin wohl ein gutes Geschäft gewesen sein mag. Nachdem das Geschäft mit dem Falschgeld jedoch aufgeflogen war, wurde Kempf zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der Bahnhof (1976 abgerissen) wurde täglich von bis zu 14 Zügen passiert. Das Gebäude verfügte über einen gesonderten Warteraum für die Angehörigen der gräflichen, seit 1901 fürstlichen Familien Castell-Castell und Castell-Rüdenhausen, mit Parkettboden, gemusterten Tapeten und einem gesonderten WC.

Das Rathaus ist ein zweigeschossiger, gedrungener Bau aus dem Jahr 1751 in der Häuserfront der Hauptstraße, mit Walmdach und Glockenturm. 1872 wurde im Untergeschoss ein evangelischer Betsaal eingerichtet. An Haus Nr. 30 sieht man noch eine für diesen Teil Frankens so typische Hofeinfahrt von 1807. A.C.

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