KLEINLANGHEIM

Markt Kleinlangheim
Hauptstr. 15 - 97355 Kleinlangheim - Tel. 09325 97320 - Fax 09325 973240
Tourist-Information Dorfschätze - Tel. 09383 909495 - Fax 09383 909496

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Die Geschichte Kleinlangheims lässt sich außerordentlich weit zurückverfolgen. Archäologische Funde im Ortsbereich belegen Besiedelung bereits in der Jungsteinzeit. Gräberfelder aus dem 1. bis 7. Jahrhundert sind herausragende Fundstellen der vor- und frühmittelalterlichen Geschichte Frankens. Die erste Erwähnung von Lancheim aus dem Jahr 816 lässt noch keine eindeutige Unterscheidung von Groß- und Kleinlangheim zu. Die Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. 1023 an den Würzburger Bischof Meginhard bezeichnet mit lanchem orientalis jedoch bereits eindeutig das heutige Kleinlangheim, das später auch Wenegenlangheim oder minor bzw. parvo Langheim genannt wird.

Ursprünglich gehörte das Dorf den Grafen zu Castell, die hier im 13. Jahrhundert die Ministerialen von Langheim als ritterliche Vasallen sitzen hatten. Wurde Wenegenlangheim um 1266 noch als Eigenbesitz der Unterschlösser Linie der Grafen zu Castell erwähnt, so gelangte der Ort 1321/28 als Pfandschaft weitgehend an die Burggrafen von Nürnberg. Die Casteller verliehen aber auch später noch Lehen an die Ritter von Gückelberg, Zollner, Blümlein, Wipfeld und Gnottstadt. Neben den Deutschherren und dem Kloster Schwarzach, die ebenfalls am Ort begütert waren, hatten die Markgrafen von Brandenburg bis 1791 und dann Preußen bis 1806 die Dorfherrschaft über Kleinlangheim inne und ließen von dort auch ihr “Amt Castell” verwalten, das im 16. Jahrhundert hierher verlegt worden war und bis in das frühe 19. Jahrhundert seinen Namen behielt. Aus einer Aufstellung des Jahres 1534 ergeben sich 17 (!) verschiedene Grundherrschaften für den Ort.

Die ev. Pfarrkirche St. Georg und Maria steht auf den Fundamenten mehrerer älterer Vorgängerkirchen (Holzkirche aus dem 7. Jh., Steinkirche aus dem 10. Jh.). Ein koptischer Altarstein weist in noch frühere Zeit. Der Kirchturm stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert und wurde später aufgestockt. Ölgemälde an den Emporen illustrieren biblische Szenen. Kanzel, Altar und Orgel stammen von 1680. Auf drei Epitaphien die Wappen und Namen der Zollner von der Hallburg (Lucia †1584; Martin †15..[?] und Anna, geb. Stiebar †1577; vier Mädchen und ein Knabe), die hier auch ein Schlösslein besaßen.

Das Gotteshaus steht inmitten einer vollständig erhaltenen Kirchenburg (Anfänge aus dem 13. Jh.) mit bis zu sechs Meter hohen Wehrmauern, teilweise in Ährenwerk-Mauerweise (opus spicatum), “aus schräghoch, im Wechsel nach links und rechts gestellten plattigen Steinen” (Grosch). Neben dem Torhaus ein Pranger mit Halseisen.

  Gaden in der Kirchenburg

An der nördlichen Außenmauer Sandsteinrelief mit Gefangennahme Christi aus dem 16. Jahrhundert.

Eine Gedenktafel erinnert an einen großen Kleinlangheimer: Dr. Christian Beyer wurde hier 1482 geboren. 1513 wurde er kurfürstlich-sächsischer Rat und war Bürgermeister von Wittenberg. Schon früh schloss er sich Luther und Melanchthon an. 1528 wurde er sächsischer Kanzler. Beyer las auf dem Reichstag zu Augsburg in der kleinen Kapitelstube des bischöflichen Palastes am 25. Juni 1530 nachmittags von 3 bis 5 Uhr den deutschen Text der Confessio Augustana so laut und deutlich vor, dass die Menge, die dicht gedrängt im Hof stand, durch die offenen Fenster alles Wort für Wort verstehen konnte.

Das 1487 errichtete Rathaus mit laubenartiger Gestaltung ist das älteste Rathaus im Landkreis Kitzingen. Sieben Säulen tragen den Überbau, der als Markt, Gerichtsort und Wiegeplatz diente.

Am westlichen Ortsausgang Friedhofskapelle von 1734, an der Straße nach Feuerbach ein Sühnekreuz. A.C.

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