NORDHEIM

Gemeinde Nordheim
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An der Mainschleife unterhalb der Vogelsburg liegt auf dem Südufer des Flusses die Weinbaugemeinde Nordheim, die in den Jahren 892 und 918 urkundlich genannt wird. Damals schenkten der Würzburger Bischof Rudolf I. und Bischof Drakulf von Freising, der ein Mitglied der Familie der Mattonen war und in der Gegend reichen Grundbesitz hatte, dem Kloster Münsterschwarzach Güter und Weinberge in Nordheim. Damit läßt sich der Weinbau in der Nordheimer Gemarkung bis in diese frühe Zeit zurückverfolgen. Auch in einer Urkunde aus dem Jahr 1074 erfährt man von einem Nordheimer Weinberg, den der Würzburger Bischof Adalbero anläßlich der Einweihung der Michaelskapelle in der Abtei Münsterschwarzach dem Kloster übertrug.

1230 hören wir davon, dass die Vogtei zu Nordheim, die in den Händen der Grafen Castell lag, nunmehr vom Würzburger Hochstift zu Lehen genommen wurde. Schließlich verkauften die Casteller 1306 die Vogteirechte an das Kloster Münsterschwarzach, was Fürstbischof Andreas von Gundelfingen genehmigte. Dennoch heißt es in einem Lehenbrief des Würzburger Fürstbischofs Gottfried III. von Hohenlohe, die Vogtei zu Nordheim sei an Graf Friedrich IV. zu Castell verliehen.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begegnen wir auch häufiger dem Geschlecht der Herren von Nordheim, die bei den Grafen zu Castell das Amt des Marschalls bekleideten und damit zu den Trägern der Hofämter zählten. Doch scheint die Familie der Ritter von Nordheim schon um die Wende zum nächsten Jahrhundert ausgestorben zu sein.

Mit dem Verkauf von 15 Häusern an den Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Ansbach im Jahr 1502 kam in Nordheim ein dritter Grundherr zum Würzburger Hochstift und der Abtei Münsterschwarzach hinzu, so dass der Ort in dieser Zeit drei Schultheißen besaß. Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts konnte das Kloster Münsterschwarzach durch Kauf und Tausch mehrerer Lehen und Besitzungen seinen Einfluss maßgeblich steigern. Nach einem Güteraustausch schied Ansbach schließlich 1743 aus der Dorfherrschaft aus. Damit wurde die Abtei aufgrund der erfolgreichen Ausweitung ihres Besitzes zum Hauptgrundherrn des Ortes, was sie auch bis zur Säkularisation von 1803 blieb.

So verwundert es nicht, dass bis heute der ehemalige Münsterschwarzacher Zehnthof das stattlichste Gebäude der Gemeinde darstellt. Schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begannen die Äbte mit Baumaßnahmen an ihrer Niederlassung im Ort. Der heutige dreiflügelige Bau geht in weiten Teilen auf die Jahre 1613 bis 1615 zurück, als Abt Johannes VI. Martin einen zweistöckigen Neubau mit Volutengiebeln, schmuckem Portal und reichem Renaissanceerker errichten ließ, um in dem Hof bei seinen Aufenthalten zu Nordheim auch wohnen zu können. Außerdem schufen die Klostervorsteher große Kellergewölbe, Wirtschaftsräume und eine Kapelle. Seit 1965 ist der um einen Hof angelegte Gebäudekomplex im Besitz der örtlichen Winzergenossenschaft, die darin eine Weinstube eingerichtet hat.

Sehenswert ist auch die kath. Pfarrkirche St. Laurentius, deren Ursprünge zwar bis in die gotische Zeit zurückreichen, die aber zum größten Teil nach der Erhebung Nordheims zur Pfarrei durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn im Jahre 1598 entstand. Davon künden nicht nur der typische Spitzhelm des Kirchturmes, sondern auch andere Details, wie das Fenstermaßwerk. Den Innenraum prägt vor allem die barocke Einrichtung des 18. Jahrhunderts: Altäre, Kanzel und Orgelgehäuse. Hervorgehoben seien auch die Reste der spätgotischen Ausstattung mit einem großen Kruzifixus und den Büsten des Hl. Wolfgang und des Winzerpatrons St. Urban. Eine Mariensäule, mit Hausfiguren gezierte Bürgerhäuser sowie zahlreiche Bildstöcke runden das Bild dieses gepflegten Ortes ab. P.A.S.

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