Das 147/55 mit Eispertus de Souvensheim erstmals genannte Geschlecht der Herren v. Seinsheim erwarb sich im Dienst der Grafen zu Castell, der Grafen v. Hohenlohe und der Hochstifte Bamberg und Würzburg eine bedeutende Stellung und Herrschaft. In Wässerndorf, Hohenkottenheim, Hohenlandsberg, Seehaus, Gnötzheim, Marktbreit, Stephansberg, Erlach und Randersacker blühten mehrere Linien der Familie, die sich mit der 1409 gegründeten Kartause Astheim auch eine standesgemäße Grablege geschaffen hatte. Ein Zweig der Seinsheim nannte sich nach der 1405-21 erworbenen Herrschaft Schwarzenberg, trug diese dem Reich zu Lehen auf und wurde 1429 in den Reichsfreiherrenstand erhoben.

Nach dem Ankauf der Herrschaft Sünching (bei Regensburg) 1573 verlagerte sich der Schwerpunkt der sich Seinsheim nennenden Linie der Familie nach Bayern, und 1655 übergaben diese ihre fränkischen Besitzungen an die stammverwandten Grafen zu Schwarzenberg. Der bedeutendste Vertreter der Familie war Adam Friedrich v. Seinsheim (1708-1779), Fürstbischof von Würzburg und Bamberg.

1917 sind die Grafen von Seinsheim ausgestorben. Die Seinsheim und später die Schwarzenberg traten sehr häufig in den Urkunden der Grafen zu Castell hervor und besaßen aus deren Lehenhof zahlreiche Dorfschaften und Güter zu rechtem Mannlehen, namentlich das Schloss Hohenkottenheim und den Markt Geiselwind.

Seinsheim selbst ist wie die meisten “Heim-Orte” im Zuge der fränkischen Landnahme (8./9. Jh.) als Siedlung entstanden. 806 wurde die adelige Eigenkirche St. Peter dem Kloster Fulda geschenkt. Die Herren v. Seinsheim besaßen den Ort als Lehen von Kloster Michaelsberg (Bamberg) und konnten 1434 von Kaiser Sigismund die Erhebung des Dorfes zum Markt erreichen. Johann von Schwarzenberg erließ dem Marktflecken 1502 auf ewige Zeiten das Umgeld (Verbrauchssteuer), mit der Auflage, damit die Tore, Gräben und Mauern zu erhalten. Seinsheim war Sitz der Cent (Hochgericht) Wässerndorf, zu dem auch die Schwarzenbergischen Orte Bullenheim, Hüttenheim, Herrnsheim, Iffigheim, Wässerndorf und Weigenheim gehörten. Neben den Fürsten zu Schwarzenberg, die außer der Dorf- und Gemeindeherrschaft auch das Kirchenpatronat besaßen, war hier auch die Würzburger Dompropstei reich begütert. Mit der Mediatisierung der gefürsteten Grafschaft Schwarzenberg im Jahre 1806 fiel Seinsheim an das Königreich Bayern.

Die kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, innerhalb einer frisch renovierten Kirchenburg mit Kirchgaden und Kellern aus dem 15. Jahrhundert gelegen, wurde 1810-1813 nach Plänen des Baumeisters Thaddäus Dückelmann erbaut. Der rechte Seitenaltar zeigt Christus über dem brennenden Seinsheim und erinnert an die Ereignisse des 5. April 1945, als der Ort teilweise in Brand geschossen wurde. Das von W. Kolmsberger geschaffene moderne Deckengemälde von 1926 zeigt die Glorifizierung von Peter und Paul. Außergewöhnlich sind die Weinkeller, die sich unter dem gesamten Kirchenschiff erstrecken und bei Führungen gezeigt werden. In einer der Kirchgaden befindet sich seit 2002 die kleinste Brauerei Unterfrankens.

  Pfarrkirche St. Peter und Paul und Rathaus

Neben der Kirchenburg liegt das Rathaus aus dem 17.Jahrhundert mit Dachreiter und einem Pranger mit Halseisen und Standkonsole. Der Markt Seinsheim mit seinen Ortsteilen hat einen Bildstockweg eingerichtet, der zu vierzig Statuen, Kreuzen und sonstigen Flurdenkmälern führt. J.D.

zurück zur Kulturpfadkarte

 

 

Gäste-Information Seinsheim (Tiefenstockheim, Iffigheim, Wässerndorf)
Rathausplatz 1 - 97342 Seinsheim - Tel. 09332 592159 - Fax 09332 8788

www.seinsheim.de - touristinfo@seinsheim.de
 

SEINSHEIM