Auf der heute vom alten Main und dem Mainkanal gebildeten “Insel” liegt die Ortschaft Sommerach, umgeben von den Weinlagen des “Katzenkopfes” und des “Rosenberges”, zugleich Heimat der ältesten Winzergenossenschaft Frankens aus dem Jahr 1901. Die Anfänge des Dorfes lassen sich bis in das Jahr 1075 zurückverfolgen, als dem Münsterschwarzacher Abt Egbert einige Güter und Weinberge in der villa Sumerah von dem Bamberger Bischof Hermann I. geschenkt wurden.

Schon früh hatten die Herren zu Castell Besitz in Sommerach erworben, wovon nach der Klosterchronik von P. Burkard Bausch Graf Heinrich von Gerlachshausen, der aus dem Casteller Geschlecht stammte, aber bereits 1115 seinen Anteil an Münsterschwarzach verkaufte. Nach Ausweis der Teilungsurkunde der Grafen Heinrich II. und Hermann II. zu Castell aus der Zeit um 1266, hatte die Hauptlinie dort aber weiterhin Besitzungen. Erst 1295 kam es zunächst zur Verpfändung der Casteller Vogtei über Sommerach an die Abtei, der es bald gelang, die Vogteirechte vor 1306 durch Kauf ganz an sich zu bringen.

Obwohl in der Folgezeit die Abtei Münsterschwarzach der wichtigste Grundherr im Dorf wurde, zeigt eine Pfarreibeschreibung aus dem beginnenden 17. Jahrhundert die für fränkische Orte typische Zersplitterung der Dorfherrschaft. Dort heißt es, die Abtei besäße in Sommerach 124 Untertanen, das Hochstift Würzburg 16, der Markgraf von Brandenburg 5 und das Geschlecht der Milchling 4 Untertanen.

Häufig hatte die Gemeinde im Zuge von Auseinandersetzungen zu leiden: So wurde das Dorf 1462 im Nachklang des Ersten Markgräflerkrieges vom brandenburgischen Amtmann Georg Gebsattel im Auftrag des Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles geplündert und gebrandschatzt. Nach der Beteiligung der Sommeracher an der Plünderung Münsterschwarzachs und der Belagerung der Feste Marienberg im Bauernkrieg 1525 wurden sie anschließend zu Entschädigungsleistungen herangezogen. Auch im zweiten Markgräflerkrieg 1552/53 kam es zu schweren Verwüstungen im Ort, wo “keine Türe, kein Ofen, kein Fenster mehr [heil] blieb”. Besonders hart traf es die Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges, als nach erheblichen finanziellen Lasten besonders die Schweden in Sommerach wüteten, wo sie monatelang im Quartier lagen.

   Wappen am Schwarzacher Schultheißenhaus (1668)

Die kath. Pfarrkirche St. Eucherius mit ihrem spitzen Turmhelm im Stil Julius Echters beherrscht den Ort, der noch immer beachtliche Reste seiner dörflichen Befestigung u.a. mit dem Schwarzacher und dem Maintor besitzt. Langhaus und Chor wurden bereits um 1560 errichtet. Ersteres zeigt noch heute eine beeindruckende hölzerne Renaissance-Kassettendecke. Um 1750 wurde der Chor mit einer prächtigen Rokokostuckatur ausgestaltet und ein Lucas van der Auvera zugeschriebener Hochaltar aufgestellt. Das Altarblatt mit der “Anbetung der Hl. Drei Könige”, ein Geschenk der Mönche aus Münsterschwarzach 1753, schuf der Prager Hofmaler Franz Müller. Noble klassizistische Seitenaltäre ergänzen die Ausstattung. Die Kanzel im nachgotischen Geschmack erinnert trotz ihrer Zutaten aus dem
18. Jahrhundert an die Echterzeit.

Schöne Fachwerkhäuser und barocke Steinfassaden sind zahlreich im Ortsbild Sommerachs zu finden. Hervorgehoben seien hier der Schwarzacher Zehnthof aus dem 17. Jahrhundert mit seiner Kapelle, die in einem schiefergedeckten Rundturm eingebaut ist. Das Schwarzacher Schultheißenhaus, der Würzburger Freihof, das Brandenburgische Haus und das Milchlinghaus lassen die starke Aufteilung der Dorfherrschaft in früherer Zeit immer noch erkennen. Hinter dem von einer Statue des Hl. Georg bekrönten Dorfbrunnen auf dem Marktplatz erhebt sich das behäbige Rathaus aus dem Jahr 1821. Unweit davon grüßt das reich gegliederte Barockportal des Gasthauses “Zum Schwan” den Besucher.

An der Landstraße in Richtung Volkach steht die Viersäulenmarter von 1700, einer der bemerkenswertesten Bildstöcke Frankens. Über einem Altartisch erheben sich vier mit üppigen Fruchtgehängen dekorierte Säulen, die wiederum Bildreliefs mit Szenen aus der Passionsgeschichte tragen. Herzförmige Kartuschen unter den Reliefs bergen Gebetstexte und den Hinweis auf die Instandsetzung nach einer schweren Beschädigung 1948. P.A.S.

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